Was ist Zahnheilkunde?

Zahnheilkunde, oder auf Latein als Stomatologie bezeichnet, behandelt das Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Sie umfasst die Prävention, Bestimmung und die Behandlung.
Heutzutage gibt es zahlreiche Teilbereiche der Zahnmedizin, beispielsweise die Kieferorthopädie, die Oralchirurgie, es gibt Zahnärzte für das öffentliche Gesundheitswesen und Fachzahnärzte für Parodontologie. Zudem gibt es Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Vertragsärzte und Privatärzte.

Geschichte der Zahnmedizin

Die Zahnheilkunde ist genauso alt wie die Menschheit selbst. Bevor die Betäubungsmittel erfunden wurden, war die Zahnheilkunde jedoch recht archaisch. Wegen fehlender Betäubungsmöglichkeiten war eine Behandlung sehr kurz und schmerzhaft. Im Mittelalter wurden zahnärztliche Handwerker „Bader“ genannt. Andere Namen waren „Zahnbrecher“ oder „Zahnreißer“.

Die Bedeutung des Zahnstatus

Zahnheilkunde befasst sich mit dem Zahnstatus. Dieser wird durch die Erhebung von Befunden festgestellt. Die Befunde können hierbei sowohl intra- als auch extraoral erhoben werden. Die Feststellung des Zahnstatus ermöglicht einen Überblick über den momentanen Zustand der Zähne, des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut. Zudem können die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke sowie die Speichelflussrate relevant sein. Außerdem werden Inlays, Onlays oder andere Implantate erfasst, genauso wie fehlende oder ersetzte Zähne, Karies, Füllungen oder Zahnfleischerkrankungen.

Die gesammelten Informationen über Fehlstellungen der Zähne oder jede andere Erkrankung im Mund-, Kiefer- und Zahnbereich werden schriftlich festgehalten. Die Prophylaxe befasst sich in der Zahnmedizin mit allen vorbeugenden Maßnahmen, die die Entstehung oder Verschlechterung von Zahnkrankheiten verhindern.

Diagnostik und Fachgebiete

In der Diagnostik sind die Fotodokumentation, eine Sensibilitätsprüfung der Zähne, die Funktionsdiagnostik und der Parodontalstatus enthalten. Teilweise sind Röntgenaufnahmen, sowohl Einzelaufnahmen als auch Panoramaröntgenaufnahmen, und eine digitale Volumentomografie erforderlich. Die Kinderzahnheilkunde ist jenes Teilgebiet der Zahnmedizin, welche sich mit der Behandlung von Kindern, also von der Geburt bis zur Pubertät befasst.

Allgemeine Zahnheilkunde

Hierunter versteht man nicht nur die Heilkunde von Zähnen, sondern auch die Kiefer- und Mundheilkunde. Diese Heilkunde befasst sich mit der Prävention, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen der Zähne.

Kariologie und Füllungstherapie

Die Lehre von den Ursachen, der Entstehung und den Folgen von Karies wird als Kariologie bezeichnet. Hierbei werden sämtliche Faktoren, welche den Demineralisierungsvorgang auslösen, berücksichtigt. Bei einer Füllungstherapie werden die durch Kariesbakterien infizierten bzw. zerstörten Zahnbereiche entfernt. Anschließend wird der Zahn mit einem Füllungsmaterial rekonstruiert.

Endodontie

Die Lehre vom Zahnmark, als Pulpa bezeichnet, wird Endodontie genannt. Die Lehre befasst sich mit der Erkrankung selbst, deren Diagnostik und Therapien. Endodontie ist der praktische Einsatz der Lehre. Sie wird zudem als Wurzelkanalbehandlung angeführt.

Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne.

Prothetik

Aufgrund von Karies, Parodontitis oder Verletzungen kann es zum Verlust des Zahnes kommen. Die fehlenden Zähne werden folglich mit Brücken, Voll- oder Teilprothesen ersetzt. Dieses Behandlungsgebiet wird daher Prothetik genannt. Doch auch eine genetische Nichtanlage von Zähnen, als Hypodontie bezeichnet, kann den Ersatz eines Zahnes erforderlich machen.

Andere Fachgebiete der Zahnheilkunde

Fachgebiete in der Zahnheilkunde, die eher außergewöhnlich sind, sind zum Beispiel die Ethno-Zahnmedizin. Dieses Gebiet befasst sich mit der Mundgesundheit und den Zähnen von indigenen Völkern. Ein weiteres Gebiet ist die forensische Zahnmedizin, das Gebiet befasst sich mit der Identifizierung von Verstorbenen anhand des Gebisses.